Stahlinstitut VDEh https://vdeh.de/informationen-publikationen/aktuelles/ – 24.05.2022

SEP 1220 - 5 "Prüf- und Dokumentationsrichtlinie für die Fügeeignung von Feinblechen aus Stahl Teil 5: MAG-Schweißen" mit Ausgabedatum 12.2020 veröffentlicht

Bei der Entwicklung neuer Werkstoffe wird vor der Markteinführung im Rahmen des Werkstofffreigabeprozesses von den Stahlherstellern, neben der reinen Grundwerkstoffcharakterisierung, auch die fügetechnische Verarbeitbarkeit nachgewiesen. Grund hierfür ist die Forderung nach Kompatibilität zum gesamten Weiterverarbeitungsprozess. Früher wurden diese Untersuchungen nach den Vorgaben der einzelnen Automobilhersteller durchgeführt. Hierdurch entstand ein großer und kostenintensiver Versuchsaufwand, wodurch die Einführung von neuen Stählen stark verzögert und unnötig verteuert wurde.

Daher wurde das Stahl-Eisen-Prüfblatt (SEP) 1220 erarbeitet und 2011 veröffentlicht, in dem der Werkstofffreigabeprozess hinsichtlich der Fügeeignung beschrieben wird. Ziel war die Schaffung einer, von Stahlherstellern und Anwendern anerkannten, vereinheitlichten Freigabeprozedur, nicht nur um die Einführung neuer Werkstoffe zu beschleunigen, sondern auch die Datenbereitstellung und die Vergleichbarkeit von Untersuchungsergebnissen zu vereinfachen. Mit Ausgabedatum 8.2011 wurden die Teile 1: Allgemeine Angaben, Teil 2: Widerstandspunktschweißen, Teil 3: Laserschweißen und Teil 4: MIG-Löten veröffentlicht.

Mit Ausgabedatum 12.2020 konnte nun die 1. Ausgabe des Teils 5: Mag-Schweißen veröffentlicht werden. Mit den in diesem Stahl-Eisen-Prüfblatt (SEP) festgelegten Prüfmethoden wird die Eignung von Stahlfeinblechen für das Fügeverfahren Metallschutzgasschweißen (Prozess ISO 4063: 135) ermittelt.

Das Stahl-Eisen-Prüfblatt (SEP) 1220 beschreibt Methoden zur Ermittlung der Fügeeignung von Stahlfeinblechen ohne / mit Oberflächenveredelung und die Ergebnisdokumentation. Es ist als Grundlage zur einheitlichen Werkstoffcharakterisierung durch Schweißen, Löten, Mechanisches Fügen und Kleben gedacht und soll den Datenaustausch zwischen Werkstofflieferanten, Automobilherstellern und deren Zulieferern standardisieren. Das SEP 1220 legt die Anforderungen für die Durchführung fest. Die Fügbarkeit wird vom Anwender auf Basis der Ergebnisse der Prüf- und Dokumentationsrichtlinie Fügen und dem konkreten Anwendungsfall beurteilt.

Der grundlegende Aufbau eines SEP zum Werkstofffreigabeprozess Fügen umfasst sowohl die Probenformen und -vorbereitung, die angewandten Prüfmethoden und Versuchsbedingungen als auch Vorgaben für die Versuchsdurchführung bis hin zur anschließenden Dokumentation der Versuchsdaten. Eine Bewertung der Ergebnisse wird jedoch nicht vorgenommen, da diese in Abhängigkeit vom jeweiligen Anwendungsfall und des Anwenders erfolgen sollte.

Das SEP 1220-5 kann über den StahlDaten Shop oder den Beuth Verlag bezogen werden.

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